· 

Auf und Ab in Woche 12

Unser Baby-led Weaning Blog - Zwischenbilanz Woche 12

Zuerst entdeckte Maxi seine Vorliebe für Meerestiere und italienische Antipasti und bekam dann verschiedene Gelegenheiten, um seinen Pinzettengriff weiter zu perfektionieren. Außerdem picknickten wir was das Zeug hält. Nach einem Bärenhunger zum Start der Woche, ging der Appetit unseres Kleinen zwischendurch immer mal wieder rapide zurück - ob's am heißen Sommer-Wetter, an der Auswahl der Gerichte oder am plötzlichen Forschungsdrang liegt... man weiß es nicht. Nach 3 Monaten BLW kann ich aber trotzdem schon mal vermelden, dass ich mir recht sicher bin, dass das Konzept mit dem "von selbst abgestillten Baby" funktionieren wird. Zumindest bei uns.

 

 

Diese vollmundige Prophezeiung beruht auf der Tatsache, dass zu Beginn dieser Woche schon 2 Tage lang das Milchangebot die Nachfrage deutlich überstieg. Dieses Gefühl war genau das gleiche wie in der Anfangszeit, als ich mit ausreichend Milch für ungefähr 3 Neugeborene gesegnet war. Mit Milchüberschuss kenne ich mich also aus und blieb recht entspannt, als Maxi bei 3 ordentlichen Mahlzeiten und einem ausgiebigen Snack am Nachmittag von ehemals fünf Stillmahlzeiten auf nur noch vier pro Tag reduzierte. Außerdem trank er nicht mehr beide Seiten, sondern nur noch eine und das auch nur ziemlich kurz. Und auch hier war das Déjà-vu perfekt... Da man ja eigentlich beim Stillen nie wirklich weiß, wie viel die Babys so trinken, war die Verweigerung der zweiten Seite für mich das erste richtige Indiz dafür, dass Maxi von seinen "Ess-Kapaden" auch langsam wirklich satt wird. Bisher gab es nur mal vereinzelt längere Stillabstände. Nach einem guten Frühstück zum Beispiel, wurden hin und wieder aus den üblichen 3 Stunden dann überraschend 5 Stunden. Aber so deutlich wie in diesen beiden Tagen zum Start der Woche 12 habe ich es wirklich noch nie bemerkt.

 

Nun gab es aber auch wirklich leckere Sachen. Die Oma tischte zum Beispiel selbstgemachte (und ungesalzene) Antipasti auf, die nicht nur unseren Jüngsten zum Strahlen brachten. Bei schönster Abendsonne schlemmten wir uns also alle gemeinsam durch gegrilltes Gemüse und frisch gebackene Focaccia. Da Maxi schon bei Thunfisch-Ricotta-Creme, Salami und Schinken passen musste, lies er sich seinen ersten Scampi umso mehr schmecken. Es war das erste wonach er griff. Und obwohl ich davon überzeugt war, dass er ihn nur ablutschen würde, zerkaute und zerpflückte er das Ding nach allen Regeln der Kunst. Am Ende landete dann doch der Großteil der Meeresfrucht in seinem Bauch, statt zurück auf dem Teller. Ein kleiner Feinschmecker... Bei der anderen Oma gab es endlich mal wieder Spargel. Und Maxi futterte, als wüsste er genau, dass die Saison bald ein Ende hat. Ganze 6 Stangen schob er sich Stückchen für Stückchen in den Mund, obwohl er sich direkt beim ersten Bissen schon an den faserigen Stangen verschluckt hatte. Nachdem alle Weiteren sicherheitshalber noch einmal halbiert wurden, flutschte das Gemüse aber ganz reibungslos durch Mund und Hals.

 

Kleinere Stückchen sind im Moment sowieso sehr angesagt, denn der Pinzettengriff funktioniert schon super. Alles wird also erstmal zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und genauestens untersucht. Halbierte Kirschtomaten, Kirschen und Weintrauben kommen da gerade recht. Aber auch verlorene Kartoffel-Stücke oder Brokkoli-Moleküle dienen nun als Übungs- und Forschungsobjekt für Maxi. Da kam mir die Leser-Email von einer BLW-erfahrenen Mama gerade recht, in der mir Chili con carne und Reis-Gemüse-Ei-Muffins empfohlen wurden. Ich verheiratete beide Ideen kurzerhand und vermischte 3 Esslöffel sehr weich gekochten Reis mit sechs Esslöffeln vom frisch gekochten Chili (meine Variante ist recht Gemüse-lastig) sowie einem Ei. Nach 20 Minuten bei 180 Grad Umluft kamen 3 Chili-con-carne-Törtchen heraus, die Maxi ratzfatz in seine Einzelteile zerlegte. Jetzt wissen wir, dass Kidney-Bohnen und Hackfleischkrümel jedenfalls keine unlösbare Aufgabe mehr für unseren Kleinen sind. Allerdings sagte das Schlachtfeld in der Küche uns später, dass wir vielleicht doch ein bisschen früh dran waren mit diesem Rezept. Wird aber vorgemerkt für später mal. Hat nämlich auch uns super geschmeckt!

 

Genauso wie die gemeinsamen Outdoor-Snacks mit unserem Kleinen. Nach all den guten Erfahrungen, die wir bei den Städte-Trips gemacht haben, wollten wir auch daheim in München etwas mehr Freiluft-BLW und stürzten uns mutig ins Innenstadt-Getümmel. Die nötige Flexibilität für das Experiment haben wir uns wohl als schönes Souvenir aus unserem Urlaub mitgebracht. Bei Ludwig Beck fand ich schon mal ein Still- und Wickelzimmer, das zwar viel kleiner als die Lounges in Skandinavien war, dafür aber mindestens genauso geschmackvoll eingerichtet. Und bei diesen hochsommerlichen Temperaturen haben wir natürlich die Picknick-Decke immer mit dabei und rollten unter anderem auch direkt neben der Frauenkirche aus. Im angenehm kühlen Baumschatten waren die vollen Münchner Einkaufsstraßen plötzlich ganz weit weg. Herrlich! 

Solche schönen Erlebnisse sind deshalb auch für Woche 13 geplant. Das Wetter spielt ja auf jeden Fall mit...

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0