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Doppeltes Formtief in Woche 6

Baby-led Weaning Woche 6 - Zwischenbilanz

Vielleicht liegt es am miesen Regenwetter oder es ist die berühmte Frühjahrsmüdigkeit?! Sowohl ich als auch Maxi stecken zum Ende der Woche 6 in einem ziemlichen Motivationsloch. Seit zwei Tagen ist er beim Essen nicht mehr ganz so euphorisch. Und für mich fühlt sich der Alltag zwischen Wickeltisch und Herd gerade ziemlich anstrengend an. Dabei sollte sich doch so langsam die Routine beim BLW einschleichen... Oder hat sie das etwa schon? Wie auch immer. Gut, dass mit Baby ja immer alles "nur eine Phase" ist.

 

Unser Kleiner ist derzeit wahnsinnig aktiv. Was die meiste Zeit super spannend und niedlich ist, aber beim Wickeln und Anziehen eher zermürbend. Maxi wird einfach nicht müde sich auf dem Wickeltisch hin und her zu drehen, nach allem zu greifen und wild um sich zu treten. Da wird so ein morgendlicher Windelwechsel zur sportlichen und koordinativen Herausforderung.

So viele Hände, wie man eigentlich bräuchte, hat man ja leider nicht. Erst wenn der Zwerg dann zum x-ten Mal wieder auf den Rücken gedreht wurde, bekommt man vielleicht auch den zweiten Verschluss der Windel zu und fragt sich schweißgebadet, wie man denn jetzt auch noch den Pulli anziehen soll. Am Ende ist man schließlich komplett erschöpft und heil froh, wenn das Kind sauber, angezogen und ohne Verletzungen wieder auf der Krabbeldecke liegt. Und weil die ganze Prozedur ja ungefähr dreimal so lange gedauert hat, wie geplant, ist man den ganzen Tag über schon mal per se spät dran.

 

Ganz ehrlich: Ein paar mal habe ich in solchen Momenten schon gedanklich ein Gläschen geöffnet. Natürlich mit dem unrealistischen Bild von einem restauranttauglichen Werbe-Baby vor Augen, wie es genüsslich Löffel für Löffel vom Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei verputzt, ohne dabei ein einziges Mal zu kleckern... Aber ernsthafte Absichten unser BLW-Abenteuer an den Nagel zu hängen, hege ich eigentlich nicht. Dafür höre ich aus meinem Umfeld zu oft, dass auch die Brei-Realität nicht rosa-rot ist. Außerdem genieße ich die gemeinsamen Mahlzeiten viel zu sehr und bin jedes mal fasziniert wie schnell Maxi motorisch Fortschritte macht. Dank der inzwischen schon zwei kleinen Zähnchen, hat er schon fleißig geübt Fleisch abzubeißen. Er lässt kaum noch etwas aus Versehen fallen. Die Stücke, die er vom Teller greifen kann, werden immer kleiner und er hat inzwischen auch gelernt behutsamer mit weichen Lebensmitteln wie Banane und Avocado umzugehen. Das alles heißt auch, dass ich ihn nicht mehr nach jeder Mahlzeit komplett umziehen muss - und das ist ein sehr helles Licht am Ende des Tunnels.

 

Zum Saubermachen geht es allerdings trotzdem noch nach jeder Mahlzeit auf den Wickeltisch. Ab und an passiert es dann schon mal, dass ich in seinem Mund noch ein Stück Essen entdecke. In dem Fall heißt es dann auch gleich wieder zurück in eine aufrechte Position, so lange bis das Stückchen entweder runter geschluckt oder ausgespuckt wurde. Maxi legt teilweise eine ziemliche Ausdauer an den Tag, wenn es darum geht Nahrung im Mund hin und her zu schieben. Da denkt man, dass er schon längst fertig ist und plötzlich lugt doch wieder ein Stück Karotte zwischen den Lippen vor. Verschlucken ist in letzter Zeit trotzdem kein Thema mehr. Passiert eigentlich nur noch gelegentlich beim Wasser trinken. Mein Mann und ich haben uns allerdings auch wieder abgewöhnt dem Kleinen Dinge vom Teller anzureichen. Weil wir eben nie wissen, wann der Mund tatsächlich leer ist, erscheint uns das sicherer. Schließlich soll er sich nicht gezwungen fühlen schon Kartoffel nachzuschieben, obwohl er mit dem Kalbsschnitzel-Happen noch nicht fertig ist. Außerdem kommt er inzwischen ja ohnehin ganz gut alleine zurecht. Man muss nur die nötige Geduld haben.

 

Geduld ist ohnehin das Zauberwort bei BLW. Denn von ernsthafter Nahrungsaufnahme sind wir momentan gefühlt noch etwas weiter entfernt als in Woche 5. Seit knappen zwei Tagen will er einfach nicht so richtig. Wir können uns ja eigentlich gar nicht beschweren, weil Maxi bisher immer alles mit Begeisterung probiert und/oder gegessen hat. Da ist es vermutlich ganz natürlich, dass nun eben auch mal eine Zeit anbricht, wo er etwas zögerlicher isst bzw. sich auch gern mal von Allerlei drum herum ablenken lässt (z. B. die Digitaluhr am Backofen). Vielleicht ist in den letzten Tagen aber auch das Timing nicht gut gewesen. Er hat - zufällig - meist bis kurz vor unseren Mahlzeiten geschlafen und schaute dementsprechend noch etwas trübe aus den kleinen Äuglein, wenn er bei mir oder meinem Mann auf dem Schoß saß. Was es auch sein mag, wir werden weiter abwarten und beobachten.

 

Auf Regen folgt ja bekanntlich Sonne. Und die brauche ich dringend. Vielleicht kommt ja mit besserem Wetter auch meine Energie und Maxis Euphorie zurück.

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